Speisesoja – Vermarktung beginnt vor der Aussaat

Aktuelle Vermarktungspreise und steigende Nachfrage nach Tofu machen Speisesoja interessant – entscheidend ist die richtige Vermarktungsstrategie.

Berlin, September 2026 – 550-600 Euro/t werden aktuell für Speisesoja erzielt. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Sojalebensmitteln deutlich: Bei REWE hat sich der Tofu-Absatz innerhalb von drei Jahren verdoppelt und lag 2025 rund 30 Prozent über dem Vorjahr. 2026 kam es zeitweise zu Lieferengpässen.

Für Landwirte eröffnet diese Entwicklung interessante Perspektiven. Doch der aktuelle Preis allein ist noch kein Grund, Speisesoja anzubauen. Entscheidend ist, ob Sorte, Qualität, Ertrag und Vermarktung zusammenpassen.

Denn nicht jede Sojasorte eignet sich automatisch für die Vermarktung als Speisesoja. Für die Abnehmer spielen Proteingehalt, Kornqualität, Reinheit und Feuchtigkeit eine wichtige Rolle. Damit beginnt die Vermarktung nicht erst nach der Ernte, sondern bereits bei der Anbauplanung.

„Wer Speisesoja anbaut, sollte die Vermarktung nicht erst nach der Ernte klären“, sagt Lara-Sophie Huppertz, Soja-Verkaufsförderin bei der Deutschen Saatgut. „Wir klären bereits vor der Aussaat, welche Anforderungen der Abnehmer stellt und welche Sorte diese Anforderungen zuverlässig erfüllen kann.“

Auch für die Wirtschaftlichkeit zählt nicht nur der Preis je Tonne. Entscheidend ist der vermarktbare Ertrag je Hektar. Bei einem Ertrag von z. B. 30 dt/ha entspricht das einem Umsatz von 1650,00 €. Werden höhere Erträge bei gleicher Qualität erzielt, steigt das wirtschaftliche Potenzial entsprechend.

Speisesoja macht aktuell circa 15 Prozent der gesamten Sojaernte in Deutschland aus. Hier muss die Vermarktung von vorneherein mitgedacht werden. Wer Abnehmer, Qualitätsanforderungen und Sortenwahl frühzeitig zusammenbringt, schafft die Grundlage für eine planbare und wirtschaftliche Vermarktung in die Fütterung oder Humanernährung.

Lassen Sie sich dazu beraten.

Lara-Sophie Huppertz
Soja-Verkaufsförderin