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GANZPFLANZENSILAGE
GANZPFLANZENSILAGE
Die Sojabohne ist eine Kulturpflanze, welche im normalen Fall für ihre Kornerträge genutzt wird – aber auch die Erzeugung von Ganzpflanzensilage ist möglich mit der Sojabohne. Milchviehbetriebe, die Sojasilage in ihrer Futterration einsetzen, berichten von einer gesteigerten Futteraufnahme und Milchleistung. Sojasilage ist für Betriebe interessant, in deren Gebieten aufgrund klimatischer Bedingungen eine sichere Abreife für die Körnerernte Ende September nicht immer gewährleistet ist.
Für eine Silage mit viel Biomasse ist der optimale Erntezeitpunkt erreicht, sobald die Blüte der Sojabohne sichtbar ist. Zwischen dem Ende der Blühphase und Beginn der Samenbildung bleibt der Rohproteingehalt relativ konstant bei 160 g/kg TM. Mit fortschreitendem BBCH-Stadium ändern sich die Inhaltsstoffe. Wird viel Wert auf Rohproteingehalte über 160 kg/TM gelegt, empfiehlt sich ein späterer Silierzeitpunkt. Zusätzlich steigt der Anteil an Rohfasern und UDP. Aus Versuchen des Landwirtschaftsamtes in Sachsen geht hervor, dass die Silierbarkeit ab dem BBCH-Stadium 75 abnimmt, da der pH-Wert steigt und der Anteil an Zucker abnimmt. Bei einer späteren Ernte erhielten Silagen nur mit einem chemischen Siliermittel eine gute Qualität (Versuche vom LfL).
Liegt der Fokus auf einer guten Silierbarkeit ohne Hilfsmittel, sollte ein früherer Erntezeitpunkt gewählt werden.
Ernte von Sojaganzpflanzensilage
Im Gegensatz zur Kornernte wird bei der Silage auf einer Höhe von 10 cm, also knapp unterhalb der ersten Blätter, gemäht. Dadurch werden hohe Rohaschewerte vermieden. Für die Ernte vor der Samenbildung wird ein Mähwerk ohne Aufbereiter und mit Schwadzusammenführung empfohlen. Das Erntegut wird nach ein- bis zweitägiger Anwelkdauer mit einem Ladewagen oder Häcksler abgefahren. Sojapflanzen, die mit Hülsen geerntet werden, sind direkt mit einem Häcksler zu ernten, um Kornverluste durch das Anwelken zu vermeiden.
Die Silage kann in Flachsilos und in Rundballen erfolgen. Ein chemisches Siliermittel ist vor allem dann zu empfehlen, wenn das Erntegut nach dem BBCH-Stadium 75 gemäht wurde. Homofermentative Milchsäure-Präparate, also Milchsäurebakterien, die ausschließlich Milchsäure produzieren, verbessern den Siliererfolg.
Futterwerte einer Sojasilage
Die Futterwerte zeigen, dass der Anteil an Rohfaser-Trockenmasse mit späteren Ernteterminen steigt. Mit fortschreitenden Ernteterminen nimmt aber auch der Anteil an Rohprotein zu. Der Anteil an Rohfett nimmt zunächst zu, flacht dann aber wieder ab.